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100 Jahre öffentliche Wasserversorgung in Amstetten

Jahrhundertelang bestand die einzige öffentliche Wasserversorgung des Marktes Amstetten aus dem Kilianbrunnen auf dem Marktplatz. Das Wasser wurde ihm durch eine eigene Leitung zugeführt, die von einer Quelle gespeist wurde, die sich in unmittelbarer Nähe befand. Im Übrigen versorgten sich die Bewohner Amstettens aus ihren Hausbrunnen. Das Wasser vieler Brunnen war verseucht. Die Folge waren immer wiederkehrende Typhusepidemien. Eine solche Epidemie forderte im Sommer 1891 12 Todesopfer, auch in den folgenden Jahren kam es wiederholt zu Typhusfällen. Eine Untersuchung der Brunnen, der Kanäle und der häuslichen sanitären Verhältnisse wurde angeordnet. Das Ergebnis war bestürzend.

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Der Bürgermeister veranlasste 1891 die Gründung eines Baukomitees, das für die Errichtung einer Wasserleitung Pläne und Kostenvoranschläge beschaffen sollte. Zur Deckung der veranschlagten Baukosten nahm die Marktgemeinde einen Kredit bei der Sparkasse des Marktes auf. 1893 konnte der Bau der Wasserleitung in Angriff genommen werden. Zunächst wurde ein zweiarmiger Quellen-Sammelstollen vorgetrieben und die Rohrleitung hergestellt. Es folgten der Bau des Wasserschlosses mit der Quellen-Sammelkammer und mit der Schieberkammer. Schließlich wurden das Verteilernetz im Markt errichtet, die maschinelle Einrichtung des Wasserschlosses eingebaut und die Auslaufbrunnen im Markt und die Hauseinleitungsanschlüsse hergestellt. Die gusseiserne Leitung vom Behälter in das Versorgungsgebiet hatte eine Länge von 2,2 km.

Die über Bitte der Gemeindevertretung genannte "Kaiser Franz Josef-Wasserleitung" und das vollendete Werk wurde August 1893 feierlich eröffnet. Im Erbauungsjahr wurden 60 Häuser, 9 öffentliche Brunnen und 15 Hydranten angeschlossen. 1894 zählte man bereits 100 Hausanschlüsse. Im Jahr der Inbetriebnahme der Haaberg Wasserleitung hatte Amstetten 3.500 Einwohner. Wegen des beträchtlichen Bevölkerungszuwachses überstieg allerdings der Wasserbedarf  bereits kurz nach Inbetriebnahme der Haaberg-Wasserleitung deren Kapazität. Ein zweites Wasserwerk wurde 1901 in Betrieb genommen. Ab 1908 wurde die Kapazität der beiden Wasserwerke so weit erhöht, dass die Versorgung der Stadt einigermaßen klaglos erfolgen konnte. Im Jahre 1910 waren 5.500 Einwohner (73 %) an die Leitungen angeschlossen. In dem außergewöhnlich trockenen Sommer 1917 ging die Ergiebigkeit der beiden Wasserwerke so stark zurück, dass buchstäblich Wassermangel herrschte. Da in der Zeit des 1. Weltkrieges an keinen großzügigen Ausbau der Wasserversorgung zu denken war, entschloss man sich zur Errichtung eines Provisoriums.
   
1918 baute man einen auf der Rennbahn befindlichen Brunnen so aus, dass er das Wasser mittels einer elektrisch betriebenen Kreiselpumpe in das Netz der Haaberg - Wasserleitung einspeisen konnte. Eine ähnliche Hilfsanlage wurde im Jahre 1923 geschaffen. Das Rohrnetz hatte inzwischen eine Länge von 14 km überschritten.  Trotz der beiden Hilfsanlagen waren in vielen Teilen der Stadt die Druckverhältnisse derart schlecht, dass im 1. Stock der Häuser kein Wasser auslief. Bei der Suche neuer Wasservorkommen musste man feststellen, dass überhaupt keine Quellen vorhanden waren. Man entschied sich , das Grundwasservorkommen westlich von Allersdorf zu nutzen. Von Vorteil war, dass dieses Gebiet dünn besiedelt ist und große Teile davon bewaldet sind. August. 1929 ging das neue, elektrisch betriebene und vollautomatisch arbeitende Pumpwerk in Betrieb.

Nach der Eröffnung dieses neuen Werkes wurden die beiden provisorischen Pumpenanlagen außer Betrieb gesetzt. In dieser Zeit entstanden neue Siedlungen in höher gelegenen Gebieten. Zu diesem Zweck erbaute man  ein Hochzonenwerk in dem das Wasser aus zwei Schachtbrunnen gefördert wurde. Auch dieses Werk wurde mit einer vollautomatischen, modernen Pumpenanlage ausgestattet. Im Werk Allersdorf wurden zusätzlich zwei neue Rohrbrunnen errichtet und 1942 ein weiterer Pumpensatz aufgestellt. 1940 wurden Elektrizitätswerk, Wasserwerk und Ziegelei zu den »Amstettner Stadtwerken« vereinigt. Im 2. Weltkrieg wurde das Wasserleitungsnetz in Amstetten schwer in Mitleidenschaft gezogen. Die gegen Ende der fünfziger Jahre einsetzende enorme Bautätigkeit und die 1972 gegründete freiwillige Gemeindevereinigung erforderten neue Maßnahmen zur Verbesserung der Wasserversorgung.

Dann ging es Schlag auf Schlag. 1962, 1967, 1975 wurde jeweils ein  Wasserhochbehälter gebaut und 1983 durch einen Zubau erweitert. 1961 wurde ein vierter Brunnen in Betrieb genommen. 1972 ging das Wasserwerk Amstetten II in Betrieb. Ab 1982 erfolgte die Wasserförderung mit Hilfe einer Fernwirk-, Meß-, Steuerungs- und Überwachungsanlage. Die Qualität profitierte auch vom letzten Fortschrift der Technik. Ozonanlage und UV-Entkeimungsanlagen wurden eingebaut. Das Rohrnetz wurde im gesamten Gemeindegebiet kontinuierlich ausgebaut und erneuert. Ende 1976 kam es zur Gründung des Gemeindewasserversorgungsverbandes Amstetten, dem die Gemeinden Amstetten, Oed-Öhling, Viehdorf und Winklarn angehören. Letztendlich wurde ein neues Grundwasservorkommen in der Doislau mit zwei Horizontalfilterbrunnen erschlossen, sodass heute die Versorgung Amstettens mit Trinkwasser auf Jahre garantiert ist.